Die ultimative Wachstumsformel Teil 2

Hier geht es um den zweiten Teil oder den noch fehelnden zweiten Faktor der ultimativen Wachstumsformel, nämlich den richtigen Umgang mit der Bibel.

Nochmal kurz zur Wiederholung: Die ultimative Wachstumsformel lautet „Mentoring x Bibel = Wachstum.

Geistliches Wachstum geschieht wo diese beiden Faktoren ausreichend ausgeprägt sind oder ausgebildet werden. Wir brauchen einerseits Mentoren und wir müssen uns andererseits in richtiger Art und Weise mit der Bibel beschäftigen. Das ist eigentlich alles. Wer diese beiden Komponenten berücksichtigt und im Alltag zur Anwendung bringt, der wird fast zwangsläufig wachsen.

Und wie schon im ersten Teil zur Wachstumsformel gesagt, müssen unbedingt beide Komponenten oder Faktoren berücksichtigt werden.

Letztes Mal habe ich mich dem Thema Mentoring gewidmet und dich herausgefordert, dir Gedanken über deinen genauen Bedarf zu machen und dich aufzumachen, ein Erstgespräch mit einem potentiellen Mentor zu finden!

Heute möchte ich dir 5 Tipps oder 5 Strategien geben, das Beste aus deiner Bibellesezeit herauszuholen.

Wir wissen um den Wert der Bibel

Ich werde mich jetzt nicht damit aufhalten zu erklären, wie wichtig das Lesen oder Betrachten der biblischen Texte für das geistliche Wachstum ist. Die meisten wissen das!

Viele kennen Bibelstellen wie diese aus 2. Timotheus 3,16-17:
Die ganze Schrift ist von Gottes Geist eingegeben und kann uns lehren, was wahr ist, und uns erkennen lassen, wo Schuld in unserem Leben ist. Sie weist uns zurecht und erzieht uns dazu, Gottes Willen zu tun. Durch die Schrift bereitet Gott uns umfassend vor und rüstet uns aus für alles, was wir nach seinem Willen tun sollen.
Das ist nicht wirklich neu!

Und wer christlich sozialisiert wurde und als Froki (also frommes Kind) im Kindergottesdienst war, kennt diesen o.ä. Kinderschlager: Lies die Bibel, bet jeden Tag, dass du wachsen kannst..“

Trotzdem viele das wissen, begegne ich immer und immer wieder Christen, die nach Jahren der Nachfolge, die Bibel nicht mindestens ein einziges Mal durchgelesen haben, geschweige denn ein Bibelleseritual o.ä. haben.
Nachgefragt sagen mir diese Leute dann häufig, dass ihnen die Beschäftigung mit der Bibel schwer fällt, sie keinen richtigen Zugang zur Bibel finden oder eher verwirrt als erbaut sind nachdem sie sich mit der Bibel beschäftigt haben.

Daher nun 5 Tipps für einen gelingenden Umgang mit der Bibel.

Mein erster Tipp lautet: Lieber weniger und dafür regelmäßig lesen, als irgendwelche Hauruck-Aktionen.

Es ist wie auch beim Sport. Es bringt wesentlich mehr, wenn du regelmäßig und in regelmäßigen Abständen trainiert, also wenn du dich einmal alle paar Wochen so richtig verausgabst.

Häufig geht es dir nach einer exzessiven Sportschlacht so schlecht, dass du dich erst recht nicht mehr aufraffen kannst. Und obwohl du nach dem Bibellesen nicht mit einer Muskelübersäuerung rechnen musst, ist so ein Bibelmarathon vielleicht mal eine besondere Erfahrung, aber eben nichts, was du 5x die Woche schaffen könntest.

Meinen Mentees und meiner Gemeinde schlage ich immer ein Sesselritual vor. Ich empfehle sich einen Lieblingsort zu Hause zu suchen und an 5 von 7 Tagen 15 Minuten dort zu verbringen und während dieser Zeit in der Bibel zu lesen. Um es ganz genau zu machen, sage ich, dass sie 12 Minuten Bibellesen sollen und die restlichen 3 Minuten im Gebet auf das Gelesene reagieren sollen.

Aber eben eher weniger und dafür regelmäßig. Und durch die regelmäßige Stimulation durch die Bibel entsteht als Folge geistliches Wachstum – oder wie Jesus es in Joh. 8,31-32 ausdrückt: Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, dann seid ihr in Wahrheit meine Jünger und ihr werdet die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch frei machen!

Mein zweiter Tipp ist: Lies die Bibel systematisch.

Wer auf gesunde Art und Weise wachsen will, der sollte die Bibel systematisch lassen. Das heißt zum einen alle 66 Bücher der Bibel lesen und es heißt diese Bücher dann jeweils von vorne bis hinten lesen.

Nur so ist ein gesundes Wachstum garantiert. Nicht zuletzt durch die Kapitel- und Verseinteilung, die übrigens erst im 13. und 16. Jahrhundert erfolgte, wird die Bibel ganz oft nur selektiv gelesen. Aber so schön Losungen, Bibelsprüche und so auch sind, so unzureichend ist das für eine gesunde geistliche Ernährung.

Um noch mal einen Vergleich zu wagen: Natürlich schmecken die selektierten Weißmehlprodukte lecker, aber jeder weiß, dass Vollkornprodukte gesünder sind und länger satt machen. Systematisch lesen heißt, sich den ganzen Ratschluss Gottes, wie Paulus es mal ausdrückt zu Gemüte zu führen und eben auch alles zu lesen, was angeboten wird.

Dazu finde ich das folgende Vorgehen hilfreich:

Für Leute, die noch ganz am Anfang stehen, empfehle ich in einer ersten Runde den sogeannen E100 Bibelleseplan. Hierbei handelt es sich um die entscheidenden einhundert Bibelstellen. Sie bilden sozusagen die biblische Storyline und ich finde es für jeden Bibelanfänger sehr hilfreich erst einmal einen Gesamtüberblick zu bekommen. Den E100 Bibellesepaln findest du unter www.wachstumskatalysator.de/Downloads

Dann schlage ich vor, zunächst einmal nur das NT zu lesen. Wer jeden Tag ein Kapitel im NT liest, ist nach 9 Monaten einmal durch. Ich empfehle das NT mindestens 3x nacheinander gelesen zu haben, bevor man einen weiteren, finalen Schritt geht.

Warum erst das NT? Es ist einfach wichtig, dass man vor allem im Evangelium fest gegründet ist und dann später die alttestamentlichen Texte aus der Perspektive des Evangeliums liest und versteht zu deuten. Das beugt der Gesetzlichkeit vor.

Und dann imn einer dritten Runde sollte man tatsächlich die ganze Bibel lesen, AT und NT. Hier gibt es eine Vielzahl von Bibelleseplänen. Viele Bibelapps bieten auch hervorragende Bibellesepläne an.

Ich lese nach folgendem Modell.
Die Bibel ist in 5 Literaturgattungen unterteilt:
1. Die Geschichtsbücher des AT (1.Mose – Esther).
2. Die Weisheitsliteratur (Hiob – das Hohelied Salomos),
3. Die Propheten (Jesaja – Maleachi).
4. Die Geschichtsbücher des NT (Mt- Apg.),
5. Die Briefe (Römer – Offenbarung).

Ich mache es nun so, dass ich mit den Geschichtsbpchern des AT anfange und 1. Mose in einem Zug von ca. 7 Tagen lese. Wenn ich fertig bin, gehe ich zur Weisheitsliteratur und lese Hiob. Dann Jesaja, dann Matthäus, dann Römer. Und wieder von vorne 2. Mose, Psalmen, Jeremia, Markus, 1. Korinther.
So habe ich a) viel Abwechslung und b) arbeite ich mich so systematisch durch die Bibel.

Tipp Nr. 3: Lese mit Tempowechsel.

Was meine ich damit? Es sollte Phasen oder Momente geben, in denen du eher viel lest und solche, wo du wenig oder langsam lest. Oder nochmal anders ausgedrückt: Mal solltest du ein biblisches Buch im Ganzen oder an einem Stück lesen und mal solltest du imax. 1 Kapitel oder auch nur einige wenige Verse lesen.

Beim Viellesen geht es darum, das große Thema eines Buches, den Gesamtzusammenhang zu verstehen. Beim langsamen Lesen geht es eher um die Meditation und die Verinnerlichung einzelner Verse. Und beides ist wichtig für das geistliche Wachstum.

Das Lesen schafft die Information und das Meditieren bewirkt die Transformation.
In einer der nächsten Podcastfolgen werde ich mich mal noch mal stärker der biblischen Meditation widmen. Für heute soll diese Andeutung mal reichen.

Ich experimentiere hier immer mal mit unterschiedlichen Modellen und Möglichkeiten. Zurzeit mache ich es so, dass ich ein biblisches Buch zunächst zügig durchlese und mir damit den Gesamtzusammenhang erschließe, um es an dann an den folgenden Tagen gleich ein zweites Mal zu lesen, dann aber sehr langsam und meditierend.

Mein 4. Tipp lautet: Konzentriere dich auf das Verständliche.

Ich schlage während meiner Bibellese nur äußerst selten mal in einem Bibellexikon oder einem Kommentar nach, um Licht in die eine oder andere Bibelstelle zu bringen.

Dinge, die ich nicht verstehe, lasse ich außer acht und reibe mich nicht an ihnen auf. Ich halte es hier mit Mark Twain, der einst sagte: Ich habe kein Problem mit den Dingen in der Bibel, die ich nicht verstehe. Ich habe Probleme mit den Dingen, die ich verstehe!“

Wenn man sich die ganze Zeit auf die Stellen fokussiert, die man nicht versteht, verliert man auch irgendwann die Freude am Bibellesen – eben weil man jedes Mal negative Erfahrungen macht und entsprechende Emotionen freisetzt.

Ich persönlich lebe in der Erwartung, dass Gott mich alles, was ich brauche oder wissen soll zu seiner Zeit erkennen lässt. Und mit diesem Wissen lese ich über alle Unklarheiten hinweg und konzentriere mich einzig und allein auf das, was ich in diesem Moment verstehe.

5. und letzter Tipp: Dieser Tipp richtet sich nicht ausschließlich, aber auf jeden Fall besonders an jene, die scheinbar nichts mitnehmen können aus ihrer Bibellesezeit.

Der Tipp lautet: Lies themenfokussiert. Das heißt mit einer bestimmten Fragestellung an die Texte, die einzelnen Bücher heranzugehen.

Mit einer solchen Fragestellung schärfst du deinen Aufmerksamkeitsfokus. Du liest nicht mehr mit der Frage, was könnte mir der Text sagen! Sondern: Was sagt mir dieser Text zum Thema soundso?

Wer sucht wird finden, sagt Jesus. Und es ist erwiesenermaßen so, dass du finden wirst, wonach du suchst. Wenn du ein Problem mit dem lieben Geld hat, dann lies doch deine Bibel mit diesem Fokus. Frage dich, was dieses Buch, was dieser Text, was dieses Kapitel zum Umgang mit Finanzen lehrt, welche Anweisungen Gott dir diesbezüglich gibt oder auch welche Verheißungen.

So das solls gewesen sein für heute. Das waren meine 5 Tipps zum Umgang mit der Bibel

Damit ist auch die ultimative Wachstumsformel komplett, die ja lautet (ja schon wieder eine Wiederholung) Mentoring x Bibel = Wachstum. Und noch mal zur Erinnerung: Beide Faktoren müssen gleichmäßig ausgeprägt und immer weiter ausgebildet werden, damit es zu geistlichem Wachstum kommen kann.

Ich möchte dir auch eine konkrete Herausforderung stellen: Und zwar möchte ich dich zu einem Sesselritual herausfordern. Suche und finde doch deinen Lieblingsplatz bei dir zu Hause und lies jeden Tag für ca. 15 Minuten in deiner Bibel. Und am besten tust du das in der beschriebenen Art und Weise:

1. Lieber weniger und dafür regelmäßig, als irgendwelche Hauruck-Aktionen
2. systematisch
3. mit Tempowechsel
4. mit der Konzentration auf das Verständliche
5. und themenfokussiert