Die ultimative Wachstumsformel Teil 1

Was in aller Welt ist denn meine so genannte „ultimative Wachstumsformel“?

Beim WachstumsKatalysator soll ja immer mehr die Praxis als die Theorie oder die Theologie im Vordergrund stehen. Ich werde daher keinen Versuch unternehmen diese Wachstumsformel hier  explizit biblisch herzuleiten und ein paar Schriftstellen diesbzgl. zu beleuchten.

Ich finde aber, dass diese Wachstumsformel sich einem aber quasi aufdrängt, wenn man die biblischen Texte in ihrer Gesamtheit mal auf sich wirken lässt oder man die Bibel einfach mal im Kontext von geistlichem Wachstum betrachtet.

Jetzt also zu der  Formel.

Die ultimative Wachstumsformel lautet: … MxB=W!

Und das steht für: Mentoring & Bibel = Wachstum.

Geistliches Wachstum geschieht, wo diese beiden Faktoren ausreichend ausgeprägt sind oder ausgeprägt werden.

Wir brauchen einerseits Mentoren und wir müssen uns andererseits in richtiger Art und Weise mit der Bibel beschäftigen. Das ist eigentlich alles. Wer diese beiden Komponenten berücksichtigt und im Alltag zur Anwendung bringt, wird fast zwangsläufig wachsen.

Und ganz wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass unbedingt beide Komponenten oder Faktoren berücksichtigt werden.

Wenn du die Bibel beispielsweise intensiv studierst und beherzigst, aber keine Mentoren hast, dann leidet deine persönlich Entwicklung trotzdem du die Früchte des Geistes in Bibelgriechisch rezitieren kannst.

Um es mal mathematisch auszudrücken: Liegt der Faktor Bibel bei einem Wert von 10, aber der Faktor Mentoring bei 0, dann kommt es trotzdem zu einem NullWachstum. 10x 0 = 0. Viel Aufwand, wenig oder keine Wirkung.

Um schneller vorwärts zu kommen, müssen beide Faktoren ausgeprägt werden. Hieße in meinem Beispiel, dass ich zwei Zeiteinheiten weniger Bibelstudium zugunsten von 2 Zeiteinheiten Mentoring aufwende und „rubbeldiekatz“ bin ich dadurch bei einem WachstumsWert von 16 (Bibel 8 x Mentoring 2).

Hier und heute geht es mir zunächst um das Thema Mentoring. Im nächsten Teil beschäftigt uns dann die zweite Komponente der Wachstumsformel: der richtige Umgang mit der Bibel.

Was ist Mentoring?

In der griechischen Heldensage erzählt man sich die Geschichte von dem griechischen Krieger Odysseus, der in den trojanischen Krieg zog. Als dieser sich aufmachte, um in die Schlacht zu ziehen, ließ er seinen jungen Sohn Telemachos (klingt wie die neuste Spielkonsole, oder?!) in der Obhut eines Vormundes, dessen Name Mentor war. Als Odysseus Mentor seinen Sohn anvertraute, soll er ihm gesagt haben: „Erzähle ihm alles, was du weißt.“ Die Belagerung Trojas dauerte zehn Jahre und Odysseus brauchte weitere zehn Jahre, um nach Hause zu kommen. In der Zwischenzeit von immerhin zwanzig Jahren, war sein Sohn Telemachos nun kein Kind mehr, sondern war durch die Fürsorge und Leitung Mentors zu einem stattlichen Mann gereift.

Aus dieser Sage heraus ist der Begriff Mentoring entstanden und beschreibt die Beziehung, in der sich eine Person um die Entwicklung einer anderen (meist jüngeren) Person kümmert und das mit dem Ziel, das Leben dieser Person zu bereichern und zur Reife zu führen.

Mentoring wurde auch oder gerade von biblischen Persönlichkeiten praktiziert. Die Bibel ist voll von Berichten darüber, wie Menschen durch eine Mentoringbeziehung hindurch bereichert und gefördert wurden. Man denke an Jethro und Mose, Mose und Josua, Elia und Elisa, Jesus und die 12 Apostel, Barnabas und Paulus, Paulus und Timotheus usw.
Ein Mentor im biblischen Sinne ist also jemand, der eine enge Beziehung zu einem Schützling aufbaut und ihn durch sein Vorbild, seinen Rat, seine Ermutigung oder auch durch praktische Hilfe und Gebet dahin bringt, geistlich zu wachsen.

Wie finde ich einen Mentor?

Ich will mich und dich jetzt nicht mit weiteren Gründen und Dynamiken des Mentorings aufhalten, da die meisten Menschen um den Nutzen des Mentoring wissen. Du weißt bestimmt, dass ein Mentor dir als geistliches Vorbild dient. Er dient dir um neue Perspektiven und Sichtweisen zu eröffnen, er verbindet dich mit anderen Quellen oder Menschen usw.

Ich möchte vielmehr der Frage nachgehen, wie man sich einen oder am Besten gleich mehrere Mentoren angelt. Im Gegensatz zur Ehe müssen Mentoringbeziehungen nämlich nicht monogam sein. Idealerweise hat man gleich mehrere Mentoren. Ich habe zum Beispiel gerade 2 Mentoren, und bin auf der Suche nach einem dritten.

Die folgenden 4 Schritte können dir helfen, einen passenden Mentor zu finden.

1. Schritt: Gebet

Wie fast alles im Reich Gottes, beginnt auch die Suche nach einem Mentor mit Gebet. Dein erster Schritt dazu einen geeigneten Mentor zu finden sollte es sein, daß du dafür betest. Du solltest Gott solange bitten, dir so eine Person in den Weg zu stellen, bis du sie tatsächlich triffst.

2. Schritt: Halte Ausschau

Noch während du noch für einen Mentor betest, erfolgt der zweite Schritt: Du beginnst dich in deiner Gemeinde, deiner Stadt, auf Konferenzen oder Seminaren nach Menschen umzusehen, die evtl. als Mentor in Frage kommen könnten.

Mentoren zu finden ist eigentlich nicht schwer, da sie im Grunde überall zu finden sind. Die Suche nach einem geeigneten Mentor scheitert aber häufig an einer falschen oder überzogenen Vorstellung davon, wie der Mentor sein sollte.

Ich nenne es das „Supermannsyndrom“. Dabei handelt es sich um die Meinung, dass es den einen Mentor in meinem Leben geben sollte, der meine Gaben erkennt und fördert, der mich „beseelsorgt“, der mich belehrt, vor dem ich Rechenschaft ablegen kann und mich in den Grundlagen der Nachfolge Christi befähigt. Aber das ist nicht realistisch. Diesen Supermann findet man selten oder nie. Deshalb brauchen wir mehrere Mentoren. Verschiedene Menschen können uns in den verschiedensten Bereichen des (geistlichen) Lebens helfen, d.h. Mentor sein.

Die Frage, wer der richtige Mentor für dich ist hängt davon ab, in welchem Lebensbereich du Hilfe, Unterstützung oder Ansporn brauchst. Frage dich, was deine konkreten Ziele und Absichten in den nächsten zwei Jahren sind und wo genau du diesbezüglich Hilfe brauchst?

Nachdem du nun deine Mentoring- Bedürfnisse analysiert hast, geht es darum, die passenden Mentoren zu finden. Wenn du im z.B. im musikalischen Bereich weiter kommen möchtest, brauchst du eigentlich nur einen „Coach“. Dieser „Coach“ muß aber nicht zwangsläufig ein „Glaubensheld“ sein, sondern nur eine Person, die dir helfen kann, deine musikalischen Fähigkeiten zu verbessern. Falls es dazu dein Wunsch ist, die Bibel besser zu verstehen solltest du nicht den Fehler machen und nach einem musikalischen Coach suchen, der darüber hinaus noch ein guter Lehrer ist. Suche vielmehr noch zwei Mentoren: einem, der dir musikalisch hilft und einem, der dir hilft, die Bibel besser zu verstehen.

Ich habe die Erfahrung gemacht, daß einem mit dieser Methode „plötzlich“ eine Menge möglicher Mentoren in den Sinn kommen. Und Du wirst vielleicht auchmerken, daß es in deinem Umfeld eine Menge von Personen gibt, die wenigstens in einem Bereich ein Vorbild für dich sind und die dir helfen geistlich zu wachsen, bzw. deine Ziele zu erreichen.

3. Schritt: Nimm Kontakt auf

Wenn du schon jemanden im Blick hast, geht es beim 3. Schritt darum, Kontakt aufzunehmen und deinen Wunsch nach einer Mentoring- Beziehung vorzutragen. Wenn du die Person bereits kennst (Freund, Bekannter), dann ist es nur natürlich, die Person zu bitten, dir beispielsweise dabei zu helfen, mehr über das Thema „Fürbitte“ zu lernen.

Ich würde dir aber empfehlen, den Begriff Mentor oder Mentoring im Gespräch zunächst nicht zu benutzen. Viele potentielle Mentoren schrecken bei diesem Begriff zurück, weil sie ein falsches Bild von einem Mentor haben. Sie weisen deine Bitte dann vielleicht ab, weil sie Mentor mit einem „geistlichem Überflieger“ gleichsetzen und sie der Meinung sind diesen Anforderungen nicht entsprechen zu können. Deshalb würde ich dir raten, dein konkretes Bedürfnis zu nennen und zu fragen, ob die betreffende Person dir in diesem Bereich helfen kann.

Bei Leuten, die man nicht so gut kennt hat sich die folgende Methode bei mir bewährt. Ich schreibe die Leute an, stelle mich kurz vor und frage, ob ich sie einmal in ihr eigenes Lieblingsrestaurant in ihrer Stadt einladen darf, um dabei die ein oder andere Frage diskutieren, die ich dann entsprechend vorbereite. Bisher habe ich noch nie eine Abfuhr bekommen! Warum? Jeder wird gerne zum Essen eingeladen und jeder fühlt sich geehrt, wenn er zu einem bestimmten Thema befragt werden soll! Und nach einem ersten Gespräch, knüpfe ich später, 2-3 Wichen danach, noch einmal an das Gespräch und sage sinngemäß, dass mir das Treffen viel gebracht hat. Und ich frage, ob wir das nicht so 3-4 x pro Jahr wiederholen könnten, um ähnliche Themen zu besprechen. Damit habe ich bisher jeden Mentor rumgekriegt.

4. Schritt: Erstelle ein Programm

Du solltest dir nur schon mal überlegen, wie du die Mentoring- Beziehung ganz praktisch gestalten möchtest. Wenn du beispielsweise mehr über das Gebet lernen möchtest, könnte dein Programm so aussehen, daß du dich für einen Zeitraum von einem Jahr einmal in der Woche mit dem Mentor zum Gebet treffen möchtest, du dir Hausaufgaben von deinem Mentor wünscht (z.B. Biographien über Fürbitter lesen). Oder dein Mentor während der Treffen Dinge in deinem Leben ansprechen soll, die die Effektivität deiner Gebete mindern.

Im Normalfall ändert sich deine „Programmidee“ noch einmal, wenn du mit dem Mentor darüber sprichst, da dieser höchstwahrscheinlich selbst noch ein paar Vorschläge machen wird – immerhin ist er ja der alte Hase oder der Experte. Zum Beispiel wird er dir sagen, dass er es nicht wöchentlich schafft. Aber dein Programmvorschlag ist eine gute Grundlage, um den Prozess zu initiieren und zu strukturieren.

Ich wiederhole die 4 Schritte noch einmal: 1. Bete um einen oder mehrere Mentoren, 2. Halte entsprechend deiner Bedürfnisse und Ziele Ausschau, 3. Nimm Kontakt auf und 4. Erstelle ein Programm, dass als Diskussionsgrundlage dient.

Schluss

Soweit zum ersten Teil der ultimativen Wachstumsformel.

Ich möchte dir hiermit auch eine konkrete Herausforderung stellen- eine Montaschallenge sozusagen.

Ich möchte dich herausfordern, dass du dir im Laufe des nächsten Monats mal Gedanken über deinen genauen Bedarf machst und dich dann aufmachst einen ersten Mentor zu finden.

Herausforderung angenommen?